Trompete lernen – 4 Technikübungen näher am Ziel!

Trompete lernen

Trompete lernen ist gar nicht so schwer und macht einfach einen Riesenspaß. Außerdem kann man dann so viele coole Stücke, aus Pop, Jazz, aber auch klassischer Musik spielen, da das Instrument extrem vielseitig ist. Wir stehen Dir bei den Schritten mit Rat und Tat zur Seite. Los geht’s!

Haltung beim Trompete spielen

Wenn Du über längere Zeit entspannt spielen können willst, solltest Du einige grundlegende Gewohnheiten von Anfang an etablieren. Zum einen solltest Du insgesamt eine entspannte, aber gerade Körperhaltung einnehmen. Die Beine stehen dabei schulterbreit, der Rücken ist gerade, die Schultern sind entspannt und der Hals ebenfalls gerade. Du hebst die Arme etwa in einem 45°-Winkel (unter den Achseln) an, sodass die Trompete annähernd waagrecht von Dir weg zeigt. Zwischen Ober- und Unterarm besteht etwa ein 90°-Winkel. Ein guter Indikator, ob Du die Trompete richtig hältst oder nicht, ist die Position Deines Halses: Er sollte weder nach vorn gebeugt, noch nach hinten gestaucht sein.

Griffweise an der Trompete

Trompete lernen- die richtige Griffweise ist einer der ersten Schritte
Trompete lernen- die richtige Griffweise ist einer der ersten Schritte.

Das Instrument hältst Du mit der linken Hand entspannt fest. Die Fingerhaken unmittelbar vor und hinter den Ventilen werden vom Daumen- bzw. Mittelfinger gehalten, welcher im Ring liegt. Den Zeigefinger kannst Du locker zwischen den Ventilen ablegen.

Mit der rechten Hand werden die Ventile gedrückt – begonnen beim ersten Ventil mit dem Zeigefinger bis zum dritten Ventil, das durch den Ringfinger betätigt wird. Der kleine Finger ruht im oberen Fingerhaken hinter den Ventilen. Sofern das Instrument wie die Piccolo-Trompete sogar noch in viertes Ventil besitzt, wird dieses natürlich vom kleinen Finger gedrückt.

Trompete selber lernen ist easy – mit 4 Tricks zum Profi werden

Für alle unter euch, die autodidaktisch Zuhause Trompete lernen wollen und noch nicht so recht wissen, wie es anzustellen ist, diesem tollen Instrument einen sauberen Ton zu entlocken, gibt es einige Anfängertipps, mit denen ihr eure Atmung, die Technik beim Hineinpusten in das Instrument selbst und die Tonführung beeinflussen könnt. Wenn Du diese Techniken verinnerlichst und fleißig übst, wirst Du langfristig große Erfolge beim Trompetenspiel verzeichnen können.

1. Atmung für das Trompete spielen üben

Wer Trompete lernen und beherrschen will, braucht ein großes Lungenvolumen, um den gleichmäßigen Luftstrom zu erzeugen, den die Tonbildung im Instrument dem Spieler abverlangt. Es hilft, die Atmung vor dem Spielen etwas in Schwung zu bringen. Beispielsweise kannst Du tief einatmen und dann ganz langsam einen geringen, aber steten Luftstrom abgeben. Versuche, Dir die Luft möglichst lange einzuteilen und übe jeden Tag, etwas länger Luft abzugeben. Orientiere Dich daran, wie lange Du die Luft anhalten kannst. Solange solltest Du auch in der Lage sein, gestützt mit einem „Fff“ Luft abzugeben.

Eine weitere Übung zielt mehr auf die Kraft Deiner Stütze ab. Du kontrollierst den Atem durch das Zwerchfell, welches sich knapp unterhalb Deiner Brust befindet. Stell Dir nun vor, Du wolltest eine Kerze auspusten. Atme ein und puste die Luft mit großem Druck raus. Achte dabei darauf, die Backen nicht aufzublasen, sondern generiere den Druck allein durch die Zwerchfellmuskulatur. Übe dasselbe, während Du beim Auspusten ein „T“ sagst.

2. Buzzing an der Trompete üben

Bevor Du den Ansatz an der Trompete probierst, ist es hilfreich, das sogenannte Buzzing (engl. für Summen) zu üben. Gemeint ist die Schwingung der Lippen, die benötigt wird, um dem Instrument einen Ton zu entlocken. Du kennst das Phänomen im größeren Stil, wenn Deine Lippen locker geschlossen sind und Du über den Mund ausatmest, wodurch ein Geräusch wie das einen schnaubenden Pferdes entsteht. Dabei vibrieren die Lippen und gehen rasch hintereinander auf und zu, um dem Druck der Luft Raum zu geben. Diesen Effekt suchen wir beim Trompete lernen, nur muss er viel kontrollierter und kleiner sein, um auf dem kleinen Kesselmundstück zu funktionieren. Wir wollen also, dass wirklich nur der rote Teil der Lippen vibriert und zu diesem Zweck müssen wir die Lippenmuskulatur aufbauen und stärken.


Das Summen kannst Du am besten üben, indem Du die Lippen zusammen presst, die Zunge von hinten gegen die unteren Scheidezähne presst und dann Luft hindurch schickst. Bedenke, das die gesamte Mundpartie dabei angespannt bleibt. Die Vibration findet nun nur im mittleren Teil der Lippen statt. Am Anfang wirst Du es einige Male üben müssen, bevor die Lippen tatsächlich in Vibration versetzt werden. Wenn Du gar keine Luft rausbekommst, probiere mal, den Mund etwas lockerer zu lassen, denn viele angehende Trompeter*innen verkrampfen sich am Anfang. Je häufiger Du diese Übung trocken machst, desto mehr wirst Du feststellen, dass sich mit dem Luftdruck spielen lässt und dass Du – selbst ohne Mundstück oder Trompete – den Klang des Luftstroms verändern kannst.

3. Ansatz an der Trompete

Zunächst geht es darum, die richtige Position am Mundstück zu finden. Nimm es dafür vom Instrument ab und setze es auf den locker geschlossenen Lippen an. Es sollte genau mittig auf dem Mund platziert werden. Achte darauf, die Lippen nicht über das Mundstück zu stülpen, sondern setze

es vielmehr so an, dass die Ränder des Mundstücks mit dem helleren Bereich um die Lippen abschließen. Das Lippenrot wird im Kessel benötigt, um dort die Schwingung zu erzeugen. Nun kannst Du das Buzzing am Mundstück ausprobieren. Wenn Du nun den Luftdruck über die Zungenposition variierst, wirst Du bereits feststellen, dass sich unterschiedliche Töne entwickeln lassen. Die Zunge ist entscheidend dafür, um die Töne richtig regulieren zu können. Je weiter Du sie bei konstantem Luftdruck hebst, desto höher werden die Töne. Das liegt daran, dass die Luft durch einen geringeren Spalt fließen muss und dadurch mit höherem Druck einströmt. Wer sauber hoch spielen können will, muss diese Technik lernen und perfektionieren, allerdings braucht es dafür vor allem tägliche Übung. Lass Dich also nicht davon beirren, wenn es am Anfang nicht gleich perfekt klappt.

4. Was bedeutet Zungenstoß an der Trompete?

Als Zungenstoß bezeichnet man beim Trompetenspiel die Technik, die Du beim Ansatz bereits intuitiv kennengelernt hast. Es geht darum, die Luft mit der Zungenspitze minimal „anzustoßen“ bzw. zu kontrollieren. Damit können einzelne Töne gut voneinander abgegrenzt werden. Allerdings ist Anstoß hier vielleicht nicht die richtige Bezeichnung für das, was tatsächlich passiert, denn eigentlich hältst Du die Luft mit der Zunge eher zurück bis Du den richtigen Luftdruck aufgebaut hast, um die Zunge dann in einer ganz kleinen Bewegung zurückschnellen und die Luft freigeben zu lassen. Dennoch hat sich der Begriff „Zungenstoß“ etabliert und das Bild hilft beim Trompete lernen sicher dabei, zu verstehen, dass die Luft in Schwung gebracht werden muss, um der Trompete Töne zu entlocken. Im Video der Badischen Zeitung siehst Du, was die Zunge für eine enorme Leitung beim Spiel vollbringt.

Erste Töne auf der Trompete spielen

Anders als bei Blasinstrumente, deren unterschiedliche Töne mehr durch die Tonlöcher reguliert werden, kommt es beim Trompete lernen vor allem auf die Blastechnik an. Nichtsdestotrotz sind die meisten Töne natürlich mit dem Drücken eines oder mehrerer Ventile verbunden. In den Noten für die Trompete stehen daher am Anfang immer noch die Ventile dabei, die es zu betätigen gilt, dabei. Eine 0 über der Note bedeutet, das kein Ventil gedrückt wird. 1, 2 und 3 entsprechen von Dir aus gesehen der Reihenfolge der Ventile am Instrument. Müssen mehrere Ventile gedrückt werden, stehen diese übereinander aufgelistet über der betreffenden Note. Mit der Zeit wirst Du die Kombinationen auswendig kennen und keine Hilfskennzeichnungen mehr brauchen, am Anfang lohnt es sich jedoch, eine Grifftabelle und ein Werk zu den ersten musiktheoretischen Fakten parat zu haben.

Kostenlose Noten für die Trompete

Wie bei fast allen Instrumenten, gibt es online zahlreiche Anlaufstellen, um kostenlos an Noten geläufiger Stücke zu kommen. Beispielsweise bietet sich die Sammlung an Trompetenstücken auf der Pinterest-Seite Notendownload sowohl für Anfänger, als auch für fortgeschrittenere Trompeter*innen an. Auf Youtube gibt es auf den Kanälen Play-Along for Trumpet, sowie anvesir ebenfalls umfangreiche Übungsstücke mit Klavierbegleitung. Wer spezifische Noten fürs Trompete lernen sucht oder ganze Partituren benötigt, schaut am besten in folgenden auf Lernmaterial spezialisierten Onlineshops:

Trompete online lernen

Trompete lernen - Online-Angebote sind eine gute Alternative
Trompete lernen – Online-Angebote sind eine gute Alternative.

Auf der Seite trompete-selbst-lernen bietet der diplomierte, auf die Trompete spezialisierte Musiklehrer und Autor Daniel Forsnabba speziell für Anfänger einen Trompetenkurs an, der alle ersten Schritte vom richtigen Griff, über den Anstoß bis zu ersten Stücken begleitet. Der Kurs kostet einmalig 99€* und umfasst 6 Lektionen, die sich über jeweils zwei Videos erstrecken und mit zusätzlichem Material wie Arbeitsblättern, Übungen und Hörbeispielen trainiert werden. Jede Lektion besteht aus einem Teil mit praktischen Fragen, also wie etwas gespielt wird, der zweite Teil widmet sich jeweils dem musiktheoretischen Hintergrund. Alle Materialien lassen sich speichern und ausdrucken, aber natürlich ist der Zugang unbegrenzt zugänglich. Trompete lernen wird einem hier denkbar einfach gemacht, für den Einstig ideal – und natürlich günstiger als bei einem Privatlehrer.

Eine Alternative dazu ist es, sich einen privaten Lehrer, der auch online Unterrichtseinheiten anbietet über die Plattform Superprof zu finden. Das ist insofern praktisch, da der Lehrer die Lektionen gezielt an Deinen Kenntnisstand anpassen kann und Dich, sofern die technischen Hilfsmittel (gute Kamera und Mikrofon) zur Hand sind, auch zielgerichteter verbessern und an Kleinigkeiten, die Dir selbst gar nicht auffallen, direkt erinnern kann. Trompete lernen mit direktem Feedback kann besonders viel Spaß machen und ist sehr effektiv.

FAQ: Trompete lernen ist nicht schwer!

Trompete lernen ist sicher nicht so intuitiv zugänglich wie das Erlernen anderer Blasinstrumente, die komplett über Tonlöcher oder Klappen reguliert werden. Die Schwierigkeit besteht darin, dass das Gehör stärker geschult werden muss, damit die Töne sauber kommen. Besonders ist außerdem, dass die Lippen unmittelbarer eingesetzt werden als zum Beispiel an einem Holzblasinstrument. Dennoch können selbst Schulkinder rasch einen Zugang zu dem Instrument finden, weshalb der Schwierigkeitsgrad nicht höher ist als bei anderen Instrumenten auch.

Trompete kann man sowohl in Bläserklassen, als auch beim privaten Lehrer vor Ort oder online lernen. Es gibt eine Online-Schule für Anfänger und auch einige Lehrer, die online Unterricht erteilen. Wie man am besten lernt, hängt von einem selbst ab. Beim autodidaktischen Lernen, muss man selbst natürlich ein hohes Maß an Disziplin mitbringen, um dranzubleiben. Denn Regelmäßigkeit ist beim Lernen eines Instruments das A und O.

Um das Instrument zu verstehen, ihm Töne zu entlocken und erste kleine Liedchen zu spielen, brauchst Du in der Regel nur wenige Monate. Nach einem Jahr solltest Du schon einiges sicher beherrschen. Um allerdings ein*e wirklich virtusose*r Musiker*in zu werden, solltest Du schon von 5-10 Jahren ausgehen. Das Dazulernen und Üben hört nie auf und es gibt viele Bereiche in der Musik, die man sich aneignen kann.