Klarinette lernen – 8 Tipps für Dich zum Durchstarten!

Klarinette lernen

Du willst Klarinette lernen und suchst nach ersten Tipps zu Aufbau, Handhabung, Noten und vielem mehr? Dann bist Du hier genau richtig! Wir wollen Dir das Lernen so einfach wie möglich machen und Wege aufzeigen, wie Du auch kostengünstig anfangen kannst, diesem schönen Hobby nachzugehen.

Klarinette mit Beschriftung: alle relevanten Einzelteile

Bevor Du anfangen kannst, tiefer ins Klarinette lernen einzusteigen, solltest Du Dich mit den Einzelteilen dieses schönen Instruments vertraut machen. Die Klarinette wird aus fünf Teilen mit unterschiedlicher Funktion zusammengebaut. Ist der Aufbau einmal klar, zeigen wir Dir, wie die ersten Töne gespielt werden und was Du dabei stilistisch beachten solltest.

Das Klarinette Mundstück

Klarinette Beschriftung leicht gemacht
Klarinette Beschriftung leicht gemacht.

Das Mundstück der Klarinette ist auf der Oberseite rund und geschlossen, ihre Öffnung liegt an der Unterseite. Diese ist flach und wird deshalb Bahn genannt. Um einen Ton erzeugen zu können, wird ein Rohrblatt auf die Bahn gelegt und mithilfe der Blattschraube festgezogen.

Birne (Fass)

Das Mundstück wird auf die Birne gesteckt. Diese ist, anders als der Rest des Instrumentes nicht konisch, sondern zylindrisch geformt und wird manchmal liebevoll Fässchen genannt. Je nach Länge variiert die Tonhöhe der Klarinette. Wird eine kurze Birne aufgesteckt, klingt die Klarinette höher, wird eine längere Birne verwendet, klingt das ganze Instrument etwas tiefer.

Oberstück und Unterstück der Klarinette

Die Namen verraten bereits, dass der Block an Tonlöchern und Klappen an der Klarinette in zwei Stücke unterteilt ist. Je nachdem, ob es sich um eine deutsche oder Boehm-Bauweise handelt, greifen die Stücke mechanisch ineinander oder sind nur über den Zapfen miteinander verbunden.

Becher (Trichter)

Das Schallstück wird wegen seiner konischen Form wahlweise auch Becher, Stürze oder Trichter genannt. Der Klangkörper dient der Verstärkung des Instruments und ist insbesondere für die volle Entwicklung der tiefen Tonlagen relevant. Ähnlich wie bei der Birne, kann der Wechsel des Schallstücks den Klang der Klarinette verändern.

Aufbau der Klarinette

Der grobe Aufbau ist nun klar und Du kannst den Korpus ganz leicht an den Zapfen zusammenstecken. Beim Ober- und Unterstück der Boehm-Bauweise solltest Du besonders sensibel vorgehen, damit die Mechanik locker ineinander gleiten kann. Zwei wichtige Bestandteile, die Du nun noch beachten musst, um mit dem Klarinette lernen zu beginnen, sind die Blätter und die Blattschraube, da ohne sie Du dem Instrument keine Töne entlockt werden können.

Blatt und Blattschraube (Ligatur)

Aufbau Klarinette: Das Blatt wird manchmal mit einer Blattschnur befestigt
Aufbau Klarinette: Das Blatt wird manchmal mit einer Blattschnur befestigt.

Blattschraube und Blatt werden immer als zum Mundstück gehörig genannt, das stimmt auch. Allerdings lassen sich diese beiden Teile sehr leicht nach Belieben durch andere Modelle ersetzen und werden nach jedem Spiel abgenommen. Um Deine Klarinette spielbereit zu machen, legst Du das Blatt auf die glatte Bahn des Mundstücks. Entweder wird es nun traditionell mit einer Blattschnur befestigt oder von einer Blattschraube umschlossen und festgeklemmt.

Bei der Entscheidung für Deine Lieblingsbefestigung hilft tatsächlich nur ausprobieren und nachhorchen. Die Befestigung mit Schnur benötigt etwas Übung, bietet aber den Vorteil, dass sie dem Blatt viel Elastizität lässt. Die Blattschraube ist jedoch in der täglichen Handhabung und gerade für Anfänger sicherlich unkomplizierter und tontechnisch genauso gut. Du kannst Deine Entscheidung daher am Mundstück festmachen – sollte es über Rillen verfügen, wird das Schnüren leichter, ein glattes Mundstück lädt zum Kauf einer Blattschraube ein.

Klarinette lernen – so gehst Du es am besten an!

Eine gute Haltung beim Klarinette spielen

Eine gerade Körperhaltung macht das Klarinette lernen leichter
Eine gerade Körperhaltung macht das Klarinette lernen leichter.

Zum Klarinette lernen gehören viele Aspekte – nicht nur das Hineinpusten in das Instrument und das Erlernen der Griffe ist wichtig, sondern auch die Art, wie Du beim Üben stehst. Je schneller Du Dir eine gute, gerade Haltung angewöhnst, umso besser, denn dann wird Dir auch bei langen Übungseinheiten nicht die Puste ausgehen oder der Rücken weh tun.

Stell Dich deshalb so hin, dass Deine Beine schulterbreit auseinander stehen und Du mit geradem Rücken entspannt in den Bauch einatmen kannst. Die Schultern und der Hals bleiben ebenfalls locker und gerade – vermeide es, die Schultern hochzuziehen oder den Hals bzw. den Rücken rund zu machen. Die Arme lässt Du entspannt hängen. Um die Klarinette in Position zu bringen, spreizt Du die Arme ungefähr in einem 45°-Winkel vom Körper ab.

Falls Du das Instrument am Anfang noch etwas schwer findest und Sorge hast, es nur unzureichend mit dem rechten Daumen stabilisieren zu können, kannst Du es für mehr Stabilität an einem Tragegurt um den Hals befestigen.

Klarinette Griffe für Anfänger- so wird das Instrument gehalten
Klarinette Griffe für Anfänger- so wird das Instrument gehalten.

Nicht nur die Körperhaltung sollte für ein gutes Spiel stimmen, sondern auch die Art, mit der Du das Instrument hältst. Gerade für sehr junge Spieler oder Damen mit zierlichen Händen ist es sinnvoll, ggf. nach einem etwas kleineren Instrument zu suchen, dass sich komfortabel halten lässt. Die Finger sollten ohne Mühe alle Tonlöcher und Klappen erreichen, außerdem sollten die Löcher immer locker von der ganzen Fingerkuppe abgedeckt werden, um eine verkrampfte Fingerhaltung zu vermeiden. Die linke Hand deckt die Tonlöcher und Klappen am Oberstück ab, die rechte ist für den unteren Teil des Instruments zuständig. Achte darauf, dass die Finger rund an der Klarinette anliegen, so als würdest Du ein Glas oder Ähnliches festhalten. Wenn Die Finger gerade nicht gebraucht werden, liegen sie locker neben den Tonlöchern.

Wie funktioniert die Klarinetten Tonerzeugung?

Es ist klar: Du pustet in die Klarinette hinein und vorne kommt ein Ton heraus. Das liegt daran, dass Du mit Deinem Atem das Blatt in Schwingung versetzt, welches wiederum die Luft im Instrument zum Schwingen bringt. Je mehr Tonlöcher und Klappen mit den Fingern verschlossen werden, desto größer ist der Klangraum im Instrument und umso tiefer der Ton. Damit die Töne aber sauber klingen und klar voneinander abgetrennt werden können, muss der oder die Spieler*in am Anfang nicht nur die Koordination der Griffe trainieren, sondern auch den Ansatz und die Stütze.

Der Ansatz an der Klarinette

Das einfache Pusten reicht demnach nicht aus, sondern es braucht etwas Technik, um der Klarinette angenehm anklingende Töne zu entlocken. Deshalb ist der von Musikern so bezeichnete Ansatz wichtig. Gemeint ist die Art, wie Du die Lippen und Zähne um das Mundstück legst. Klarinetten spielt man (im Gegensatz zu offeneren Möglichkeiten am Saxophon, die vielleicht auch interessant sein können) mit einem geschlossenen Ansatz. Das bedeutet, dass die Schneidezähne oben aufliegen und von der Oberlippe verdeckt werden. Die richtige Position haben sie, wenn Du das Mundstück ca. einen Zentimeter im Mund hast. Die Unterlippe presst Du nun von unten gegen das Blatt. Stell Dir dabei vor, den Buchstaben W zu sagen, dann rollt sie sich ganz automatisch etwas ein. Die Zunge berührt das Blatt innen ganz leicht, denn Du brauchst sie zum Anstoßen.

Zungenstoß an der Klarinette – 7 Arten gibt es

Ein weiterer Begriff, der für Klarinettisten wichtig ist, ist der Zungenstoß. Die Schwingung des Blattes sorgt dafür, dass ein Ton entsteht. Wenn Du das Blatt mit der Zunge festhältst und dann unter Luftzufuhr loslässt, bringst Du es zum Schwingen. Bei der Klarinette ist diese Technik sehr wichtig, da die einzelnen Töne durch den Zungenstoß sauber voneinander abgetrennt und nicht unschön durch die Atmung unterbrochen werden. Durch einen gleichmäßigen Luftstrom und die Zunge als Koordinatorin der einzelnen Töne entsteht ein besonders gleichmäßiges Spiel. Außerdem sorgt der Zungenstoß dafür, einen möglichst präzisen, kräftigen Tonbeginn zu erzeugen. Der Ansatz ist eine der schwierigsten Techniken beim Klarinette lernen, die selbst von professionellen Klarinettisten immer wieder geübt und perfektioniert werden kann und gerade am Anfang viel Geduld erfordert.

Es gibt, wie Du hier siehst, viele Arten, die Töne zu trennen und damit lässt sich spielen. Du kannst beispielsweise in das Instrument pusten bis sich ganz von selbst ein leise anschwellender Ton anbahnt. Alternativ kannst du mit den verschiedenen Zungenstellungen experimentieren, und testen, wie unterschiedlich es sich anhört, das Blatt mit einem „Da“, mit einem „Ta“ oder dem sehr weichen „Ha“ loszulassen.

Nimm Dir daher neben allem Notenlernen und Stücke spielen immer wieder Zeit, um die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten Deiner Klarinette zu erkunden. Die zunächst eher langweilig erscheinenden Übungen sind nämlich genau die, die Dir das Klarinette lernen langfristig ungemein erleichtern. Im Übrigen kannst Du Deine Muskulatur herausfordern und trainieren, indem Du am Anfang der Übungsstunde ein etwas härteres Blatt zum Üben verwendest und dann wieder auf Deine reguläre Blattstärke wechselst. Wenn Du Dich regelmäßig um Ansatz und Zungenstoß bemühst, wirst Du rasch Erfolge verzeichnen.

Die Stütze mit der Klarinette trainieren

Wenn es an das Erlernen der korrekten Atmung geht, wirst Du verstehen, weshalb die gerade Haltung für das Klarinettespiel unerlässlich ist. Um einen möglichst konstant starken Luftstrom im Instrument erzeugen zu können, brauchst Du ein gehöriges Lungenvolumen. Die Lunge ist allerdings anatomisch durch den Brustkorb begrenzt. Deshalb ist es für Musiker*innen wichtig, tief in den Bauch einzuatmen, um möglichst viel Luft holen und kontrolliert abgeben zu können. Die Kontrolle hast Du über das Zwerchfell, welches sich knapp unterhalb der Brust befindet. Musiker*innen nennen sie auch Stütze, da sie den nötigen Druck beim Abgeben der Luft aufbaut, um im Instrument stabile Töne zu erzeugen.

Anders als bei der natürlichen Atmung, atmest Du beim Klarinettespiel ruckartig durch den Mund ein (dazu hebt sich die Oberlippe etwas vom Instrument) und sehr lange mit entsprechender Lippen- und Zwerchfellspannung (nicht Verspannung!) in das Mundstück aus – möglichst ohne hörbare Unterbrechungen. Wenn Du gerade mit dem Klarinette lernen begonnen hast, ist es sinnvoll, im Stehen zu trainieren, da die Atmung im Sitzen durch den verringerten Platz nochmal erschwert wird und größerer Konzentration bedarf.

Klarinette Griffe für Anfänger

Der erste Ton, den Du auf Deiner Klarinette lernen wirst, ist das g’. Hierfür musst Du nämlich lediglich den Ansatz beherrschen, alle Tonlöcher und Klappen bleiben offen, während der linke Daumen das Instrument hält. Du solltest Dir am Anfang Zeit nehmen, um immer wieder den Ansatz zu üben und darüber die Tonlänge zu koordinieren. Zähle im Kopf den Takt 1-2-3-4 mit und spiele abwechselnd ganze, halbe und Viertelnoten. Auch Pausen müssen sauber ausgehalten werden. Am einfachsten lässt sich der Rhythmus und das Timing mit einem Metronom im Hintergrund verbessern. So hörst Du Abweichungen sofort und kannst Du sicher sein, stets im selben Takt zu bleiben.

Die Grifftabelle Klarinette als Standardausrüstung

Danach folgen die weiteren Töne der Tonleiter. Es ist sinnvoll, Dir entweder im Netz eine Grifftabelle zu suchen oder aber ein kompaktes Werk, in dem alle Basics und Spezialgriffe festgehalten sind. Beachte bei den Grifftabellen, dass sie, je nachdem, ob Du ein Boehm- und Deutsches System spielst, voneinander abweichen. Auch ein Standardwerk mit grundlegender Musiktheorie, ersten Anfängerstücken und vor allem allen Tonleitern, die es zu Üben gilt, gehören am Anfang beim Klarinette lernen zur Grundausstattung.

Klarinette Noten

Gerade zu Beginn sind Notensammlungen, die auf die Lernfortschritte des Anfängers angepasst sind, sinnvoll. Ziel sollte langfristig betrachtet natürlich sein, interessante Stücke zu spielen, die man selber gern hört, aber bei den ersten Schritten, noch dazu wenn man vielleicht autodidaktisch Klarinette lernen will, sind zu große Sprünge oft eher hinderlich. Bei Kindern empfiehlt sich immer wieder „Die fröhliche Klarinette“, ein Standardwerk, das schon viele Anfänger begleitet hat. Für Erwachsene gibt es ebenso gute und fundierte Werke von Schott.

Klarinetten Noten kostenlos?

Wenn Du allerdings kein Anfänger mehr bist und mehr nach Noten suchst, die Dich persönlich interessieren – vielleicht auch mal nach ungewohnten Stücken – dann solltest Du Dich nicht mehr durch die Flut an Notensammelbänden quälen, sondern spezifischer schauen. Es gibt einige echt gute Online-Shops, die sich ausschließlich auf den Vertrieb von Noten spezialisiert haben und bei denen Du auf jeden Fall fündig werden wirst.

Musizieren ist ein teures Hobby, soviel steht fest. Das muss trotzdem nicht heißen, dass Du nun, um gute Klarinette lernen zu können, ein Notenbuch nach dem nächsten kaufen musst – es sei denn Du suchst etwas sehr Spezielles. Wie bei vielen Instrumenten lassen sich auch für die Klarinette einfache Stücke, die ohnehin allgemein bekannt sind, unkompliziert und oftmals kostenlos online finden. Eine gute Adresse ist tatsächlich Pinterest, da dort manche Klarinettenfreunde ganze Notensammlungen aus unterschiedlichsten musikalischen Bereichen bereitstellen. Auch die Playalongs auf dem Youtube-Kanal von Music Man können nach einiger Zeit des Übens beim Klarinette lernen für Dich interessant werden, da Du Dein Spiel im direkten Vergleich hörst.

Klarinette online lernen – geht das?

Online Klarinette lernen ist möglich
Online Klarinette lernen ist möglich

Anders als beim Saxophon haben sich bei der Klarinette noch nicht ganz so viele alternative Lernmethoden wie z.B. komplette Kurseinheiten online oder Privatangebote per Skype etablieren können. Meistens findet Klarinette lernen immer noch in der Bläserklasse statt wird oder beim Unterricht durch einen Privat- oder Musikschullehrer vermittelt. Über die Plattform Superprof kannst Du Dir immerhin einen privaten Lehrer suchen, der nicht nur Unterricht vor Ort, sondern auch Online-Lerneinheiten anbietet. Das ist gerade für Erwachsene, die zu den regulären Übungszeiten der Musikschulen arbeiten müssen, aber unbedingt Klarinette lernen wollen, eine Möglichkeit, an flexibleren Unterricht zu kommen. Alles, was Du dafür brauchst, ist ein gemietetes oder eigenes Instrument, Lernunterlagen, die Du mit Deinem Lehrer abstimmst und natürlich eine stabile Internetverbindung, sowie eine Kamera mit qualitativ hochwertigem Mikrofon.

FAQ: Klarinette lernen leicht gemacht

Die Klarinette ist schon ein anspruchsvolles Instrument, mit dem man bei regelmäßigem Üben innerhalb von zwei Jahren dennoch gute Erfolge erzielen kann. Wichtig ist, die Atmung und das saubere Intonieren von Anfang an beim Klarinette lernen einzubeziehen. Es ist erwiesenermaßen besser, jeden Tag zumindest 15 Minuten zu investieren und das Gehirn kontinuierlich kleinere neue Lernimpulse verarbeiten zu lassen, statt sich selbst ein oder zwei Mal die Woche mit Lerneindrücken zu überfordern, die dann nicht komplett verarbeitet werden.

Nein, eigentlich nicht. Es stimmt zwar, dass Kinder Lernimpulse schneller verarbeiten können und die Motorik noch leichter beeinflusst werden kann, allerdings lernen Kinder weniger zielorientiert und dadurch manchmal nicht so nachhaltig. In Sachen Planung, Strategie und Disziplin sind Erwachsene jungen Schüler*innen daher überlegen und können viel wett machen. Zwei nicht zu unterschätzende Faktoren sind außerdem die intrinsische Motivation und Begeisterung für das Instrument. Fehlen sie, fällt das Klarinette lernen schwer und es stellen sich nur höchst langsam Erfolge ein.

In unserem Artikel kannst Du genau nachlesen, wie es geht. Grob gesagt nimmst Du die Klarinette ca. einen Zentimeter in den Mund, die Schneidezähne liegen auf dem runden oberen Teil, die Unterlippe rollt sich an der flachen Unterseite am Blatt ein, ohne es abzuklemmen. Dann holst Du Luft und lässt sie ins Instrument strömen, während Du den Bauch am Zwerchfell angespannt lässt. Ohne irgendein Tonloch zu schließen, sollte nun ein g ertönen.